Zuversicht statt Panikmache

Wie sich eine Restrukturierung konstruktiv nutzen lässt

Es gab schon bessere Zeiten für Industriebetriebe. Politische Unwägbarkeiten, neue Mobilitätskonzepte, ein gnadenloser Wettbewerb – und dann noch die Corona-Krise mit ihren unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen. Man kann nicht sagen, dass es Unternehmen derzeit an Herausforderungen mangelt.

Die möglichen Folgen sind allen Beteiligten bekannt: Betriebe geraten in Schieflage, Banken werden nervös, Sanierungsprogramme werden aufgelegt, um eine drohende Insolvenz zu vermeiden.

Trotzdem ist Angst ein schlechter Ratgeber. Die gute Nachricht lautet nämlich, dass die meisten Betriebe noch genug Handlungsspielraum – sprich Liquidität – haben, um aus eigener Kraft wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Darüber hinaus verfügen fast alle Unternehmen über eine ganze Reihe interner Potenziale, die es zu finden und zu heben gilt. Das Schlagwort heißt Restrukturierung.

Bei diesem Begriff läuten in der Industrie oftmals die Alarmglocken. Man denkt an „Nieten in Nadelstreifen“, die im Unternehmen ausschwärmen, jeden Stein und jedes Kontenblatt umdrehen und deren Wirken praktisch immer auf einen Personalabbau nach der Rasenmähermethode hinausläuft.

Maßnahmen zur Restrukturierung zielen meist auf eine Neuordnung der Zahlenwerke im Unternehmen. Heißt: Man setzt die betriebswirtschaftliche Brille auf, sucht nach finanziellen Reserven und meldet diese, sind sie gefunden, an die Banken weiter. Ein möglicher, aber nicht der einzige Weg, ein Unternehmen wieder flott zu machen.

Wir jedenfalls nähern uns einer Restrukturierung vorrangig als Ingenieure. Unser Augenmerk gilt primär den Leistungsreserven, die im technisch-organisatorischen System verborgen sind. Das hat aus unserer Erfahrung heraus zwei wesentliche Vorteile: Führungskräfte und Mitarbeiter verfallen nicht sofort in Panikstarre und befürchten das Schlimmste für sich und ihren Arbeitsplatz. Vielmehr spürt man förmlich, dass man den Lauf der Dinge noch durch eigene Aktivitäten beeinflussen kann. Man packt (gemeinsam) an, bewegt sich vorwärts und bringt so das Unternehmen in Bewegung.

Aus dieser Aktivität heraus treten die Ängste allmählich in den Hintergrund. Man konzentriert sich auf den technischen Fortschritt und entwickelt so schrittweise die Zuversicht, die für einen Aufbruch, für eine nachhaltige Optimierung, unerlässlich ist. Dass man das Erreichte auch betriebswirtschaftlich messen und mit Zahlen belegen muss, versteht sich eigentlich von selbst.

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